29.04.2026

Volkssolidarität an den Seelower Höhen

Am 29. April, fast pünktlich zum 81. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges besuchten wir 24 Frauen und Männer die Gedenkstätte auf den Seelower Höhen. Wo der Krieg war - das größte Schlachtfeld auf deutschem Boden - die letzte Schlacht vor der Eroberung Berlins. Heute...das Denkmal der Sieger...das Erinnern der Besiegten...ein einmaliger Ort. DENKMAL - SOLDATENFRIEDHOF - MUSEUM. Wir haben uns auf das Aussengelände mit Panzern, Denkmal und Friedhof konzentriert, weil die Wege kürzlich behindertengerecht erneuert wurden. Bei Sonnenschein und Frühlingstemperaturen hatten wir von der Anhöhe einen fantastischen Blick auf die Weiten des Oderbruchs und des kaum vorstellbaren Schlachtfeldes. Jeder hat sich das Gelände selbst erschlossen, um sich ein persönliches Bild machen zu können. Wir kennen das Denkmal alle und doch war es schon ewig her oder nur aus den Medien bekannt. Bevor wir runter gingen, versammelten wir uns zu einem Gruppenfoto auf der Denkmalstreppe. Klaus Schluchter holte seine Mundharmonika hervor und auf einmal sangen wir, ohne uns abzusprechen, auf russisch : " IMMER LEBE DIE SONNE, IMMER LEBE DER HIMMEL, IMMER LEBE DIE MAMA, IMMER LEBE AUCH ICH ". Verschiedene Generationen und unterschiedliche Schulen - dieses Lied war immer noch im Kopf.

Das Museum haben wir mit Absicht ausgespart, weil die Geschichte bekannt ist. Im unteren Teil des neuen Hauptgebäudes gab es eine Ausstellung eines russischen Kriegsfotografen zu sehen, dessen Fotos erst vor einigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Diese Aufnahmen hätte er damals nicht machen dürfen, weil sie die brutale Wirklichkeit des Krieges, der Soldaten, der Flüchtlinge, der Zerstörung zeigten. Die gerahmten Bilder haben wir mit großem Interesse angeschaut, zumal wir im letzten Jahr die Flüchtlinge im Umzug spielend dargestellt haben. Es kamen dadurch wieder Erinnerungen hoch, die die älteren Besucher unter uns als Kinder erlebt haben. Ein Film mit Zeitzeugen lief im Raum...und es wurde ganz still. Weil wir aber in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität auf dem Marktplatz in Seelow erwartet wurden, mussten wir aufbrechen. Frau Schatz, unsere Chefin der Volkssolidarität aus Eisehüttenstadt sowie die Leiterin der Begegnungsstätte begrüßten uns mit Kaffee und Kuchen. Da wir selbst keine solche Stätte mehr in Bad Freienwalde haben, erzählte uns Frau Schatz, was jeden Tag auf dem Programm steht und wie der Raum mit Leben gefüllt wird. Wir waren dankbar, dass wir an diesem Mittwoch die besonderen Gäste sein durften. Wir konnten sehen, wofür unter anderem die Spendengelder aus der jährlichen Spendensammlung verwendet werden.

Diesen bewegenden Nachmittag werden wir so schnell nicht vergessen, zumal die spontane Gesangseinlage uns einmal mehr zusammen geschweißt hat.

 
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